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Bremsanschrift an Schienenfahrzeugen

von G. Schindler

 

 

 

Jedem werden die roten Bremsanschriften an einem Güterwagenrahmen schon aufgefallen sein –

 

da steht beispielsweise KE-GP-A.

 

Dieses Kürzel gibt Auskunft über die Bremsbauart und damit auch über das Leistungsvermögen der Bremse.

 

 

KE   –   GP   –    A



Die Bremsanschrift besteht aus drei Buchstabengruppen:

 

1.   Die erste Gruppe kennzeichnet die Bremsbauart und wird im wesentlichen von der Bauart des Steuerventils bestimmt

 

2.   Die zweite Gruppe zeigt die zur Verfügung stehenden Bremsstellungen an.

 

3.   Die dritte Gruppe nennt die zusätzlichen Bremsausrüstungen und entfällt, wenn es keine zusätzliche Ausrüstung gibt.

  1.  

    zu 1.

     

    Einlösige Bremsen erkennt man an daran, dass die Bremsbauart mit nur einem Buchstaben angegeben ist. Z.B.

     

    • K:           Knorr-Bremse

       

    • W:          Westinghouse-Bremse

       

     

    Mehrlösige Bremsen:

     

    • HiK:      Hildebrand-Knorr-Bremse

       

    • Kk:        Kunze-Knorr-Bremse

       

    • KE:       Knorr-Bremse mit Einheitswirkung

       

    • KZ:       Knorr-Zweikammerbremse

       

    • O:         Oerlikon-Bremse (mehrlösig trotz nur einem Buchstaben)

       

    • WS:      Westinghouse-Bremse

       

    • WA:      Westinghouse-Autobremse

       

    • Bd:        Breda-Bremse (nur ausländische Wagen)

       

    • Bo:        Bozik-Bremse (nur ausländische Wagen)

       

    • Ch:       Charmilles-Bremse (nur ausländische Wagen)

       

    • DK:      Dako-Bremse (nur ausländische Wagen)

       

    • Dr:       Drolshammer-Bremse (nur ausländische Wagen)

       

    • WE:     Westinghouse-Bremse, Bauart E (nur ausländische Wagen)

       

    • WU:     Westinghouse-Bremse, Bauart U (nur ausländische Wagen)

       

     

    zu 2.

     

    Um Störungen beim Bremsbetrieb (z.B. Zerrungen im Zug) sicher zu vermeiden, sind für die unterschiedlichen Zuglängen

     

    verschiedene Brems- und Lösezeiten erforderlich. Dem tragen die verschiedenen Bremsbauarten Rechnung.

     

    Bremsstellungen am Bremsartwechsel:

     

    • G:             langsam (ursprünglich für Güterzüge)

       

    • P:              schnell (ursprünglich für Personenzüge)

       

    • R:              schnell und stark (Rapidbremse, sofort erkenntlich an einem R in einem Rhombus) Schnellzüge

       

    • GP:           Güterzug, Personenzug

       

    • PR:           Personenzug, Schnellzug

       

    • GP-P2:     Güterzug, Personenzug,- Personenzug P2 (nur Triebfahrzeuge)

       

    • GPR:        Güterzug. Personenzug, Schnellzug

       

    • GP-P2-R: Güterzug, Personenzug, Personenzug P2, Schnellzug (nur Triebfahrzeuge)

     

    zu 3.

     

    Besitzen Fahrzeuge neben der Standardausrüstung noch zusätzliche Einrichtungen für den Bremsbetrieb,

     

    so wird die Bremsanschrift um eine dritte Gruppe erweitert. Hier ein paar Beispiele:

     

     

    • A:             Automatische Lastabbremsung

       

    • el:             Elektrische Bremssteuerung

       

    • E:             Elektrische Bremse (Dynamische Bremse)

       

    • H:            Hydrodynamische Bremse (Dynamische Bremse)

       

    • M:           Motorbremse (Dynamische Bremse)

       

    • Mg:         Magnetschienenbremse

       

    • mZ:         Mit Zusatzbremse

       

     

    Alleine aus dieser Bremsanschrift kann der Betriebseisenbahner also schon sehr viel erkennen!

     

    .

     

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