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Wie bereits angekündigt, fand am vergangenen langen Osterwochenende auf der Schwäbischen Alb Bahn wieder die traditionelle Osterhäslefahrt statt. Diese Fahrt, wie viele vorangegangenen Fahrten, sind natürlich nicht ohne den umfassenden und genauso gewissenhaft wie "liebevollen" Einsatz der Schrauber unseres Vereins, umsetzbar und möglich. So machte sich auch am Karsamstag, 20.04.2019, eine insgesamt fünfköpfige Delegation auf den Weg ins Albschwäbische, um die Lok 20 für den Betriebtag am darauffolgenden Ostermontag aus dem Winterschlaf zu erwecken. Insgesamt waren hierfür die Folgenden Arbeiten nötig:

  • Einbau der Waschluken Pilze
  • Düsenstöcke einbauen
  • Oberes Absperrventil am rechten Wasserstand gangbar machen
  • Wartung Lichtmaschine
  • Kessel füllen und anheizen
  • Funktionstest Luftpumpe und Lichtmaschine
  • Lok putzen
  • Anfeuerholz richten

 

Die Meisten, für den weiterhin zuverlässigen und sicheren Betrieb wichtigen Arbeiten, wurden schon an vergangenen Samstagen durchgeführt, wie z.B. das Reinigen der Dampfstrahlpumpen. Die oben aufgezählten Arbeiten wurden an diesem Samstag allesamt zufriedenstellend und erfolgreich durchgeführt. Als Motivation diente hierbei sicherlich das erste Anheizen nach dem Winter und der damit verbundenen kurzen Testfahrt, was stets für alle beteiligten ein Highlight darstellt. Da die Lok den Winter über in der beheizten Fahrzeughalle verbrachte, sollten erwartungsgemäß keine bösen Überraschungen aufgrund von Frostschäden oder dergleichen auftreten -  was schließlich auch der Fall war. Einen Spannungsbogen stellte die Frage dar, ob auch die Speiseleitungen und die damit verbundenen Komponenten wieder dicht sind, nachdem diese zu Reinigungszwecken demontiert wurden. Ferner natürlich, ob die Speisepumpen durch die Reinigung nun wieder auf dem Niveau "Fabrikzustand neu" funktionieren. Auch in diesem Punkt wurde das Werkstattpersonal mit einem positiven Ausgang belohnt, sodass die Lok 20 für den anstehenden Betriebstag am Ostermontag wieder in den Lokschuppen abgestellt werden konnte. Das Personal reiste am Samstagabend nach getaner Arbeit zufrieden ab, um den Ostersonntag zu Hause verbringen zu können.

Doch bereits am Ostersonntagabend kehrte das Betriebspersonal zum Anheizen der Lok wieder zurück. Dies sollte am Montagmorgen unnötigen Zeitdruck vermeiden, da ein Hochheizen der kalten Lok zu betriebsfähigen 12bar Kesseldruck keinesfalls in einer Stunde erreicht ist. Das bewährte System, die Lok am Vorabend anzuheizen, und über Nacht mit einem Ruhefeuer warm stehen zu lassen ist bewährt und gewährleistet so auch dieses Mal die erfolgreiche Durchführung des Betriebstags. Zusammen mit der schwäbischen T3 der SAB wird Lok 20 also angeheizt und zieht so auch einige Motorradfahrer an, um die Paradeaufstellung vor dem Münsinger Lokschuppen mit deren Maschinen noch zu verschönern. Bevor die Mannschaft die Nachtruhe antrat, wurden noch die Scheinwerfer zum Schutz vor Diebstahl abmontiert. Danach hieß es schnell Schlafen zu gehen, da die Nachtruhe zumindest für den Heizer bereits um 5:30 Uhr wieder zu Ende war. 

Die Lok war um diese Zeit noch bei 5bar Kesseldruck, das Feuer in einem guten Zustand, d.h. eine vernünftige Basis zum erneuten Hochheizen der Lok war gegeben. Das Ruhefeuer galt es jetzt noch langzuziehen und anschließend wird durch die entsprechende Zugabe frischer Kohlen, sowie der Öffnung der Frischluftzufuhr, die Lok wieder hochgeheizt, um bis zum Beginn der Rangierfahrten für die anschließende Fahrt die erforderlichen 12bar Kesseldruck zu erhalten. 

Der Betriebstag selbst, der die beiden Loks samt Zug einmal von Münsingen über Engstingen nach Trochtelfingen, danach zweimal zwischen Trochtelfingen und Engstingen hin und zurück und schließlich wieder in den Heimatbahnhof zurück nach Münsingen führte, war ein voller Erfolg. Bei schönem Wetter waren die Züge stets gut bis voll mit Fahrgästen besetzt. Auch am Streckenrand tummelten sich stets die Hobbyfotografen, um das Spektakel für die Ewigkeit festzuhalten. Das für alle Beteiligten absolute Highlight, allen voran dem Lokpersonal des AEV/Lok20, war der letzte Zug des Tages. Dieser sollte nämlich planmäßig als PmG, also als Personenzug mit Güterbeförderung, stattfinden. Dieses denkbar einzigartige Bild ist auf den folgenden Fotos eindrucksvoll dargestellt. Was spektakulär aussah, war es auch aus technischer Sicht. Immerhin wurden hier über 400 Tonnen Zug bergauf nach Münsingen befördert. Umso beeindruckender stellte sich hier wieder einmal Lok 20 mit Ihrer für die auf den ersten Blick kleinen Größe, enormen Zugkraft unter Beweis, denn kurzzeitig zog die badische Heißdampf-Dame tatsächlich das 491 Tonnen schwere gespann alleine! Der Zug kam daher auch mit entsprechender Verspätung in Münsingen an, was jedoch in Angesicht der Einzigartigkeit dieser Zugkonstellation keinen der Beteiligten störte, vielmehr war jeder froh, bei diesem Spektakel teilnehmen zu dürfen. Ab Münsingen wurde das Gespann sogar ohne Dieselunterstützung von den beiden Dampfrössern nach Oberheutal befördert. Ab hier waren es die beiden Loks die mit Dampfkraft die drei Wagen mit Holz, immerhin noch insgesamt 280t beförderten. Dies ist wieder einmal ein schönes Beispiel wie gut badische und schwäbische Zusammenarbeit funktionieren kann! 

Nach diesem wohl einzigartigen Betriebstag rüsteten die Lokpersonale voll Dankbarkeit und bestückt mit tollen Erinnerungen und Erfahrungen der vergangenen Stunden Ihre Maschinen ab. Um 23:05 Uhr hieß es dann vom AEV-Betriebspersonal wohl verdient: FEIERABEND! Das Resumee des Tages: Lok 20 ist technisch nach wie vor in einwandfreiem Zustand und konnte auch die über 400t Zug in gewohnter weise ohne irgendwelche Einwände befördern. Die Zuverlässigkeit dieser badischen Ingenieurskunst wurde an diesem Betriebstag abermals erfolgreich unter Beweis gestellt.

 

An dieser Stelle möchten wir noch auf unsere Facebook-Seite aufmerksam machen, die unter folgendem Link erreichbar ist. Hier sind stets kürzere Updates über Werkstattage, Betriebstage oder sonstige Aktionen mit reichlich Bildern abrufbar. Ein Dank geht an dieser Stelle auch an unseren Heizer und Fotograf Armin Ebert, der uns viele der Fotos, die in diesem Bericht verwendet wurden, zur Verfügung stellt!

 

Auf unserer Facebook-Seite finden sich zudem noch zwei Videos zu dem Betriebstag und viele weitere Informationen rund um unsere Aktivitäten. 

https://www.facebook.com/AchertaelerEisenbahnverein/

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