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Mittelbadische Presse / Baden Online  14. Januar 2014

http://www.bo.de/lokales/achern-oberkirch/kein-dampf-mehr-im-achertal

Ottenhöfen

Geplanter Neustart im Mai der Achertalbahn unsicher / Fährt Zug an anderer Stelle in der Ortenau?

 

Es ist viel gesagt und diskutiert worden – und noch immer ist das letzte Wort nicht gesprochen. Die Achertalbahn mit der alten Dampflokomotive, älteste Museumsbahn Deutschlands eine touristische Attraktion im Achertal, sollte im Mai 2014 nach intensiver Wartung wieder ihre Fahrt aufnehmen. Das ist nun nicht mehr so sicher.

Die Achertäler Eisenbahnfreunde sind verunsichert. Bereits im vergangenen Jahr traten sie eine Welle der Solidarität los, als die Südwestdeutsche Aktienverkehrsgesellschaft (SWEG) als Betreiber der Achertalbahn beschlossen hatte, deren Betrieb einzustellen. Es gab keinen Platz mehr zur Unterstellung der alten Wagen, die schließlich regelmäßig und vorschriftsmäßig gewartet werden müssen.

Das alte Problem

Und genau das ist nach wie vor das Problem, vor dem der Achertäler Eisenbahnverein steht, der inzwischen sämtliche Zugwagen von der SWEG übernommen und entschieden hatte, die Dampflinie in Eigenregie weiterzuführen. Das könnte sogar kostendeckend geschehen, aber es fehlt das geeignete Dauerdepot für die mit Dampf betriebene und an gemütliche Zeiten erinnernde Eisenbahn. Der Bau eines neuen Lokschuppens und eine erforderliche Werkstattinfrastruktur kämen für den Verein alleine zu teuer, so dass im vergangenen Jahr mit den Gemeinden und dem Landkreis darüber Gespräche geführt und auch Zuschüsse in Aussicht gestellt worden waren.

Noch keine Körperschaft

Die Gemeinden Achern, Kappelrodeck, Ottenhöfen und Seebach beabsichtigten, notfalls eine Körperschaft zu gründen, die die Zukunft der Bahn sichern sollte. Das ist Absicht geblieben, und so harrt die alte Eisenbahn im derzeitigen Depot in Schwarzach einer ungewissen Zukunft. Allein damit sie dort untergebracht werden konnte, musste eine zwischen Bühl und Greffern verkehrende Diesellok im Freien abgestellt werden. Dort wird nun derzeit eine neue Hebebühne installiert, um den letzen Schliff an die »alte Dame« anzulegen und sie für eventuelle Ausfahrten auf Hochglanz zu bringen.

Bernd Roschach, Vorsitzende des Achertäler Eisenbahnvereins, ist jedenfalls zuversichtlich. Sofern keine verbindliche Übereinkunft zwischen Gemeinden, Kreis und SWEG (die eine Beteiligung an den Kosten zugesagt hat) zustande kommt, soll die Bahn auf einer anderen Strecke in der Ortenau ihre historischen Sonderfahrten unternehmen, wo offenbar günstigere Bedingungen herrschen.

Ob das allerdings die Eisenbahnfreunde im Achertal so widerspruchslos hinnehmen werden, ist nicht zu erwarten. So bleibt es immerhin spannend, ob im Frühjahr zwischen den Blüten der Obstbäume sich auch weißer Dampf erheben wird, begleitet vom Pfeifen und Schnaufen einer liebenswerten alten Lokomotive, die von Zeiten erzählen könnte, in denen man ihr das Leben leichter gemacht hat.

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